Schweizer Selbstversorgung ?!

1. August-Rede von Barbara Schaffner in Schöfflisdorf-Oberweningen

Freiheit und Selbstbestimmung, Tradition und Innovation, Leistungsbereitschaft und der Erfolg des Modelles Schweiz sind die klassischen Themen für die 1. August-Ansprachen. Liebe Schweizerinnen und Schweizer, liebe Gäste, auch ich werde diese Themen aufgreifen.
Aber keine Angst, ich habe nicht in den Archiven gewühlt (resp. heute müsste ich sagen gegoogelt) und ein paar alte Reden zusammengeschnitten. Ich werde nämlich nicht über die politische Freiheit und Selbstbestimmung reden, sondern die Grundlagen und Voraussetzungen, die unsere Unabhängigkeit erst ermöglichen, nämlich die Versorgung mit den lebenswichtigsten Gütern.
An erster Stelle steht da das Wasser. Hier sind wir in der Schweiz in der glücklichen Lage, genügend Wasser in hervorragender Qualität zur Verfügung zu haben. In den wenigsten Ländern ist das Hahnenwasser von so guter Qualität, dass es gekauftem Flaschenwasser ebenbürtig ist. Und wer lieber Wasser mit Blöterli möchte, kann das mit einfachen Geräten selber beifügen. Ich habe eigentlich nur einen Kritikpunkt zu unserem Wasser. Der Kalk, der bei uns mit dem Wasser vom Lägere-Hang runtergespült wird, macht das Putzen nicht gerade einfacher.
Bei den Nahrungsmitteln sieht es schon ganz anders aus. Dass wir uns nicht mehr selber versorgen können, wissen wir spätestens seit dem 2. Weltkrieg. Heute produzieren wir zwar gelegentlich einen Butterberg oder eine Milchschwemme, aber unsere Gurken kommen aus Spanien und unsere Rinder werden mit Soja aus abgeholzten Regenwaldflächen in Brasilien gefüttert. Wenn Sie nachher am Feuer den Cervelat braten, denken Sie daran, dass auch diese urhelvetische Wurst auf Gedärme aus dem Ausland angewiesen ist.
Erinnern Sie sich noch an BSE? Die Bündnerfleischproduzenten bemühten sich damals, ihr Produkt als BSE-frei anzupreisen, mit dem Argument, dass die Rinder aus Argentinien stammen. Der Auf-schrei nach dieser Offenlegung, dass im Bündnerfleisch nicht Bündner Fleisch drin ist, sondern nur Bündner Rauch war dann aber grösser als die Angst vor BSE – und der Schuss ging damit hinten hinaus.
Natürlich gibt es auch lokale Lebensmittel-Produzenten und speziell hier im Wehntal oder bei uns im Furttal gibt es zahlreiche Möglichkeiten lokale Produkte direkt einzukaufen, was ich auch gerne mache. Zur Versorgung der gesamten Bevölkerung reichen aber unsere inländischen Produkte bei weitem nicht.
Natürlich könnte die Selbstversorgung mit Lebensmitteln gesteigert werden, wenn wir alle zu Vegetariern werden. Statt die Körner den Hühnern zu verfüttern könnten wir sie selber essen. Es gäbe dann halt Brot statt Fleisch. Doch wie sagten noch unsere Grossmütter: „Kein Brot ist wirklich hart! Kein Brot (zu haben, das) ist hart!“ Doch dies sind Merksätze einer Zeit, die heute bei uns in der Schweiz lang vergessen scheint. Wir leben heute in einer Überflussgesellschaft und nicht in einer Mangelgesell-schaft mit Kriegswirtschaft.
Also, die Unabhängigkeit ist vielleicht möglich, aber ohne das Ausland könnten wir uns den aktuellen Lebensstyl gar nicht leisten. Würden wir die Grenzen dicht machen, so müssten wir uns auf Diät setzen: Bei Wasser und Brot. Ist das die Freiheit, die wir wollen?
Trotz diesen Abhängigkeiten sollte es immer noch unser Ziel sein, einen möglichst hohen Grad an Selbstversorgung und Unabhängigkeit zu erreichen. Da sowohl für die Wasserversorgung als auch die moderne Nahrungsmittelproduktion Unmengen an Energie notwendig sind, muss auch die Selbstversorgung mit Energie eine hohe Priorität haben.
Der Treibstoff für die Landmaschinen wird nämlich importiert und auch Bucher-Guyer kauft den Stahl nicht am Paradeplatz.
Neben Wasser und Nahrungsmittel ist bei den lebenswichtigen Grundlagen also die Energie ganz vorne. So benötigt die Herstellung einer Kalorie Nahrungsmittel über zwei Kalorien Energie, meist in Form von fossiler Energie. Überspitzt könnte man sagen, wir essen Öl. Wenn Sie also das nächste Mal auf einer Wanderung in unserer schönen Schweiz genussvoll in einen Energie-Riegel beissen, dann nehmen Sie das bitte wörtlich.
Aber auch die Bevölkerung selber verbraucht grosse Mengen Energie. Wir sind sehr mobil in unserem Arbeits- und Freizeitverhalten, unsere Wohnungen sind auch im Winter durchwegs 20° und wärmer. Industrie, Gewerbe und Haushalte verlassen sich auf eine äusserst zuverlässige Versorgung mit Strom, Treibstoffen und Brennstoffen. Dass diese Zuverlässigkeit keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt sich deutlich an unserem Umgang mit den Regimen von Gaddafi, Ahmadinedschad und Co. Sorgfältig sind wir bemüht gute – oder zumindest nicht allzu schlechte – Kontakte mit den Herrschern über Öl und Gas zu haben. Unsere Abhängigkeit von der Weltpolitik kommt auch klar zum Vorschein, wenn in ansonsten stabilen Ländern wie Frankreich an den richtigen – oder eben falschen – Stellen gestreikt wird. So wurden im letzten Herbst im Zuge der französischen Streiks schnell Befürchtungen über eine Treibstoffverknappung laut.
Durch die ungleiche Verteilung von nicht-erneuerbaren Energieträgern – wie Erdgas, Erdöl, Kohle und Uran – wird die Problematik von ungenügenden einheimischen Ressourcen noch verstärkt. Wir haben bei den potentiellen Energielieferanten nur eine beschränkte Auswahl. Auf politischer Ebene steht für mich deshalb eine einheimische Energieversorgung an oberster Priorität, wenn es darum geht, die Schweizerische Unabhängigkeit langfristig zu sichern. Aus Mangel an fossilen und atomaren Energie-trägern ist eine einheimische Schweizerische Energieversorgung zwangsläufig eine Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern.
Unmöglich! Sagen Sie. Und gerade danach – zu teuer!
Ja – kosten wird es etwas, aber unmöglich ist es nicht. Die Kosten werden vor allem am Anfang anfallen – bei einer Kostenrechnung über 10, 20 Jahre oder noch länger wird die Bilanz aber besser ausfallen als bei einem Festhalten an der traditionellen Energienutzung. So kostet z.B. Photovoltaik bei der Installation. Die Unterhalts- und Entsorgungskosten sind dagegen sehr gering (und vor allem auch bekannt). Ganz im Gegensatz zu unserem heutigen Modell der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs, wird der grösste Teil der Kosten bei der Nutzung erneuerbarer Energien von unserer Generation getragen – wir zahlen also vorher und konsumieren nachher. Was im täglichen Leben für viele eine Selbstverständlichkeit ist und zum Anstand gehört, sollten wir auch in diesem Bereich anwenden.
Die Menge der zu produzierenden erneuerbaren Energie ist das eine – aber schon hier gehen die Meinungen stark auseinander, was machbar ist und was nicht. Sir Peter Scott einer der Gründerväter des WWF sagte einmal ‚Wir werden längst nicht alles schützen können, das wir gerne hätten – aber sehr viel mehr als wenn wir es nie versucht hätten‘ .Der WWF wurde in der Schweiz gegründet und feiert in diesem Jahr seinen 50igsten Geburtstag. Unser Ziel sollte es sein, die Erfolgsgeschichte des WWF im Bereich der erneuerbaren Energien zu kopieren. Man könnte den Leitspruch anpassen zu ‚Wir können (vielleicht) nicht so viel erneuerbare Energie erzeugen, wie wir gerne würden – aber sehr viel mehr, als wenn wir es nie versucht hätten.‘ In Anlehnung an Sir Peter Scott möchte ich eine möglichst breite Verbreitung und Nutzung erneuerbarer Energien vorantreiben. Es spielt eine untergeordnete Rolle, ob wir jemals eine wirklich 100%ige Versorgung mit erneuerbaren Energien erreichen, ob wir in 10, 20 oder 30 Jahren einen grossen Teil unserer Energie aus lokalen Quellen produzieren. Wichtig ist, dass wir uns auf den Weg machen dann wird eine viel grössere Selbstversorgung im Energiebereich möglich sein.
Im Gegensatz zum WWF und dem Artenschutz haben wir im Energiebereich den Vorteil, dass es nicht ‚nur‘ um mehrheitlich uneigennützige Taten geht. Energie-Technologien sind Zukunfts-Technologien. Damit sind sie wichtige Erfolgsfaktoren für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Heute schon schreiben Schweizer Unternehmen wie Meyer-Burger, Sputnik Engineering und Kompogas weltweit Erfolgsgeschichten. Vor allem die Unternehmen im Solarbereich sind aber entscheidend auf den ausländischen Markt angewiesen. Vor der Jahrtausendwende – tönt grossartig, ist aber erst gut 10 Jahre her – war die Schweiz führend bei der installierten Photovoltaikleistung pro Kopf – heute müssen wir uns von vielen Ländern – allen voran Deutschland bei weitem schlagen lassen. Schade um die Spitzenposition – aber wir können uns diese auch wieder zurückholen.
Zürich Tourismus hat sich seit neustem den Slogan ‚World Class – Swiss Made‘ zugelegt. Auch das hat etwas (zu viel) gekostet. Was es bringt ist unklar. Klar ist, dass für den Schweizer Technologie-standort auch ohne offiziellen Slogan ‚World Class – Swiss Made‘ gilt. Investitionen in unseren Forschungsstandort mit zahlreichen Forschungsgruppen in allen Bereichen der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz, Investitionen in Technologien von zahlreichen grossen und kleinen Schweizer Firmen im CleanTech-Bereich, – kombiniert mit Schweizer Zuverlässigkeit und Präzision – das ist das Rezept für eine starke Schweizer Wirtschaft in einem Zukunftsmarkt. ‚World Class – Swiss Made‘ im Energiesektor sichert uns ein Stück Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Freiheit.
Die Menge der Energie ist das eine, die Speicherung und Verteilung das andere. Der Umstieg auf er-neuerbare Energien ist deshalb auch verbunden mit grossen Infrastrukturprojekten – sei es im Bereich Stromnetze, Fernwärme oder vielleicht ein Wasserstoff-Verteilnetz. Infrastrukturprojekte sind immer mit grossen Investitionskosten verbunden, erfüllen aber zentrale Funktionen, die das Überleben einer Gesellschaft sichern. Denken wir nur an ein zentrales aber eher unscheinbares Element einer mittelal-terlichen Burg – den Sodbrunnen. Haben Sie auch schon einmal einen Stein in einen geworfen? Wie lange hat es gedauert, bis er unten ankam? Haben Sie sich vorgestellt, was es bedeutet, einen solchen Brunnenschacht in dieser Tiefe mit einfachsten Mitteln in den Fels zu hauen? Ich habe keine Ahnung, wie viele Monate oder eher Jahre es dauerte – und wie viele vergebene Versuche nötig waren – einen solchen Brunnen zu bauen. Da eine belagerte Burg ohne Wasser innert kürzester Zeit aufgegeben werden musste, war es den Erbauern der Burg klar, dass kein Weg an der Investition in dieses Infrastrukturprojekt Sodbrunnen vorbei führt.
Bei der Nahrungsmittelversorgung haben wir gesehen, dass wir dank Handel mit dem Ausland eine viel grössere Menge und Auswahl zur Verfügung haben – neben dem Rindfleisch, das mit brasilianischem Soja gefüttert wurde, sind auch exotische Früchte eine Bereicherung für unsere Speisekarte. Früchte also, die bei unserem Klima gar nicht wachsen würden und noch vor 50 Jahren in der Schweiz nahezu unbekannt waren. Und nicht zuletzt können wir Früchte und Gemüse, das zwar bei uns zu gewissen Zeiten wächst, das ganze Jahr geniessen – wie sinnvoll das ist, darauf will ich jetzt nicht eingehen….
Bei der Energieversorgung haben wir eine ähnliche Situation. Vielleicht können wir uns eines Tages zu 100% selber mit genügend Energie versorgen und müssen auch im Winter den Teufel, den einige in Form einer Stromlücke an die Wand malen, nicht fürchten. Sicher aber geht es besser, wenn wir unsere Kräfte mit dem Ausland bündeln. D.h. wir liefern dann Energie – oder konkret Strom – wenn wir genügend haben und importieren im Gegenzug, wenn anderswo mehr Energie anfällt. Wenn Italien im Sommer Strom braucht um Klimaanlagen zu betreiben, liefern wir gerne – und importieren dafür im Winter z.B. Windenergie aus der Nordsee. Heute schon ist der internationale Stromhandel ein gutes Geschäft für die Schweiz – und darauf wollen wir auch bei einer Umstellung auf erneuerbare Energien nicht verzichten.
Mein Fazit daraus: Mitenand goht’s besser. ‚Mitenand‘, das heisst dass alle Ihren Anteil beitragen, aber nicht jeder oder jede genau das, was er oder sie gerade im Moment und selber braucht.
Mitenand gohts besser, das ist sicher an vielen Orten anwendbar. Im grossen, im internationale Massstab, aber auch im kleinen. So geht das Festen miteinander definitiv besser als alleine. In diesem Sinne danke ich Ihnen für die Gemeinsamkeit, die durch Ihre Anwesenheit hier entsteht und wünsche ich Ihnen allen noch ein schönes Feiern miteinander.

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erfreulich – clean tech im Aufwind

Gemäss dem neuesten Report „CleanTech 2011“ investieren Schweizer Unternehmen  stärker in umweltfreundliche und energieeffiziente Technologien. Und diese spielten für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz eine zunehmend wichtige Rolle.

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor!! WOW!!

Zu diesem Schluss kommt der erste «Swiss Cleantech Report». Der Begriff Cleantech umfasst Technologien, die zur effizienten Nutzung und Erhaltung der natürlichen Ressourcen beitragen.

Laut dem Bericht gehört die Schweiz auf diesem Gebiet im internationalen Vergleich zu den innovativsten Ländern. Schweizer Unternehmen wenden im Durchschnitt zwischen 5 und 7 Prozent ihrer Investitionen für energieeffiziente Technologien auf.

Ich finde das ist SPITZE, nur weiter so!!!

Hier können Sie den CleanTech Report 2011 runterladen

Quelle: http://www.cleantech.admin.ch/aktuell/00521/index.html?lang=de

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mathematische Wahlhilfe

Wen soll man wählen, hier mal ein ganz anderer Ansatz über ein mathematisches Modell:

1) Wählen Sie Ihre Lieblingszahl zwischen 1 und 9

2) Multipliziere Sie diese mit 3.

3) Zählen Sie 3 dazu und multiplizieren Sie die erhaltene Zahl nochmals mit 3

4) Nun erhalten Sie ein Resultat mit 2 Chiffren.

5) Addieren Sie diese Zahlen zusammen, so dass es nur noch 1 Zahl daraus ergibt.

und was ist Ihr  Ergebnis? –>

1. Grüne

2. CVP – Christlichdemokratische Volkspartei

3.  AL – Alternative Liste

4. SVP – Schweizerische Volkspartei

5. EVP – Evangelische Volkspartei

6. FDP.Die Liberalen

7. SP – Sozialdemokratische Partei

8. BDP – Bürgerlich-Demokratische Partei

9. glp – Grünliberale 🙂

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Fukushima und (politische) Nachschocks

Nach dieser unglaublichen Tragödie und Umweltkatastrophe in Japan verfolge ich mit grossem Erstaunen, diverseste Diskussionssendungen sowohl im Schweizer, Deutschen und Oesterreichischem Fernsehen. Das Thema Atomenergie ist auf einmal wieder da. Das Restrisiko, das ja mathematisch immer verniedlicht wird, ist nun hier, omnipräsent auf allen Nachrichtenkanälen und verängstigt weltweit die Menschen.  Warum ist eigentlich dieses Restrisiko überhaupt so klein? Anscheinend findet „unsere“ Schweizer Rück (oder SwissRE) das Risiko auch nicht so klein, da zwar Schäden aufgrund von Erdbeben, Tsunamis und Co. rückversichert sind (und wie wir leider wissen, sind diese Schäden auch immens), aber Unfälle von AKWs sind nicht versicherbar? … Erstaunlich, oder?

Und der atomare Normalfall, wenn alles (zum Glück) gut geht? Den Müll haben wir ja so oder so und der strahlt noch genügend lang – wer sagt denn eigentlich, dass diese Lager wirklich auch die Tausenden von Jahren so sicher bleiben wie wir annehmen, ähm oder berrechnen?

Das Hauptargument sich nicht mit alternativen Energien auseinander zu setzen ist , dass man halt einfach keine andere Lösung und Alternative hat. Einen schrittweisen Ausstieg ist aber auch nicht ein sofortiges Abschalten von heute auf morgen, was natürlich unverhältnismässig wäre und zu einem Versorgungsengpass führen würde, auch das ist klar. Dass wir nicht den Mut und Vision haben hier die Richtung einzuleiten, um in über 10 Jahren erst die ersten kleinen schweizer AKWs und dann per 2040 auch die anderen abzulösen, erscheint mir als einfache Ausrede.

Was wäre denn passiert, wenn die Amerikaner damals nicht die Vision gehabt hätten auf den Mond zu fliegen? — das war doch auch ein völlig absurder Gedanke und ein fast unerreichbares Ziel, aber anscheinend können wir doch einiges zustande bringen, wenn wir wollen und auch das entsprechende finanzielle Comittment dazu stellen.

Wie erreicht man ein Ziel, dass schier unglaublich weit weg ist und am Anfang fast unmöglich zu erreichen scheint? — Schritt für Schritt für Schritt für Schritt!

ich hoffe, wir werden unsere Schritte in die beste Richtung lenken

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Schweizer wählen SVP? ein Gedankengang

Der Plakat Wahl (Wahn?) Kampf hat definitv begonnen und Plakete schiessen wie Pilze an den Strassenrändern hervor. Neben all den Damen und Herren, die uns hier täglich anlächeln, ist mir vorallem ein Plakat aufgefallen, das mich amüsiert und gleichzeitig auch ein bischen irritiert — haben’s Sie auch schon bemerkt:

„Schweizer wählen SVP“

hmmm… interessante Aussage, aber dass Nicht-Schweizer (aka „Ausländer“) überhaupt nicht wählen dürfen, sollte doch auch der grössten Partei längstens bekannt sein, oder? Falls doch, wäre mir die Plakat Aussage klarer, da „Nicht-Schweizer“ wohl eher nicht für diese Partei wären? (warum wohl, hat das mit der liberalen Haltung zu tun? – aber das ist spekulativ und tut gar nichts zur Sache)

Ich gehe mal davon aus, dass die Aussage und Annahme auch nicht ist, dass ALLE Schweizer diese Partei wählen sollen, sonst wären wir ja keine echte Demokratie mehr, sondern würden uns eher mit Ländern wie China vergleichen, wo der Parteiapparat vorgibt und der Rest zu akzeptieren hat. Das ist wohl kaum die Nachricht die uns die SVP senden will und ins Bild der schönen Schweiz passt, oder?

Die Frage stellt sich also wohl, WELCHE Schweizer für WELCHE Werte einstehen und überhaupt die Frage, WAS denn die Schweiz heute und morgen sein soll und WAS unsere Rolle und Position in einem globalen Zusammenspiel ist?

Insofern finde ich das eine wirklich spannende Fragestellung und würde mich freuen, wenn es den Wählern auch klar ist, welche Werte von welchem Bild der Schweiz durch die verschiedenen Parteien abgedeckt wird. Ich gehe nämlich schwer davon aus, dass grundsätzlich ALLE (egal von welcher Parteicoleur) stolz auf die Schweiz sind, froh sind hier zu leben und mitzuwirken und glücklich sind sich in unserer Demokratie so frei bewegen zu können und unter anderem auf Plakate drucken dürfen, was wir wollen… (ausser es handelt von Gaddafi dann ist unsere Freiheit etwas kleiner…aber das wäre ein ganz anderes und weiteres Thema).

Dass auch Schweizer Aengste haben, vorallem bzgl. einer unbekannten Zukunft ist völlig natürlich und legitim. Leider ist es aber niemandem möglich (zum Glück), die Zeit anzuhalten und sich dagegen aufzulehnen. Schönbilder der Vergangenheit, wenn diese denn überhaupt Schönbilder waren, festzuhalten für immer und ewig, ist zwar verständlich, aber wohl nicht realistisch. Das Leben IST doch stetige Veränderung, oder nicht?

Alle Schweizer, die unsere schöne Schweiz trotz all diesen Veränderungen und Herausforderungen nachhaltig entwickeln wollen, damit unsere Wirtschaft im (besseren) Einklang mit der Natur ist und unsere Perle von Land als Beispiel für die Welt steht, haben eine Wahl, nämlich …

Schweizer (mit Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Bewahrung der Natur) wählen glp.

(ich gestehe, die Realität ist einfach komplexer als ein Plakat zulässt).

für die Schweiz, für die Toleranz und für konstruktive Gespräche 🙂

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Neues Leben für alte Sachen

Viel zu viele Dinge werden bei uns täglich weggeworfen, obwohl sie noch gut zu gebrauchen wären. Das Weitergeben dieser Dinge an einen neuen Besitzer, der Freude daran hat, ist oft mit einem zeitlichen Aufwand verbunden, der sich für viele nicht mehr lohnt – selbst wenn die neue Besitzerin gerne noch etwas bezahlen würde.

Die Grünliberalen des Bezirks Dielsdorf möchten hier Abhilfe schaffen. Sie sammeln guterhaltene gebrauchte, neue oder antiquarische Dinge ein und verkaufen sie über eine Internetbörse. Der Erlös kommt der Wahlkampfkasse der noch jungen Partei zugute.

Fredi Heller, Initiant dieser Aktion, meint: “Die Sachspender können in mehrfacher Hinsicht ein gutes Gefühl haben. Sie wissen, dass ihre Dinge weiter geschätzt werden, sie helfen Abfall zu vermeiden und Ressourcen zu schonen und zudem unterstützen sie den Wahlkampf der Grünliberalen, die für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen zugunsten unserer Kinder eintritt.“

Die Sachspenden sollten in der Regel eine Grösse haben, die sich gut per Post verschicken lässt. Die Dielsdorfer Grünliberalen nehmen Spendenmeldungen unter 079 209 66 40 entgegen und holen die Gegenstände dann bei den Besitzern ab.

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Wer hat Angst vor dem grünen Wolf?

Der Wind bringt das Original wieder zum Vorschein, das durch ein Schäfchen-Plakat überdeckt wurde.

Offenbar haben einige Schäfchen Angst vor den Grünliberalen. Wie ist es sonst zu erklären, dass glp-Plakate – kaum aufgestellt – mit SVP-Schäfchen überdeckt werden? So geschehen an der Landstrasse in Otelfingen.

Auch am anderen Ende des Bezirks erregte ein gut sichtbares Banner der Grünliberalen die Aufmerksamkeit von Unbekannten. Es hing nur kurz an der Flughofstrasse in Rümlang auf privatem Grund – dann verschwand es über Nacht. Wer waren hier die Täter?

Etwa auch die SVP, die trotz massiv höherem Wahlbudget fürchtet, dass sich Bauern und Gewerbler von ihnen abwenden, weil sie erkannt haben, dass Umweltschutz auch wirtschaftlich interessant sein kann?

Oder war es die SP, die in Agglomerationsgemeinden wie Rümlang immer mehr Wähler verliert, da sich auch in traditionellen Arbeitergebieten die Ansicht durchsetzt, dass sich Leistung lohnen muss?

Die Grünen sehen die glp nach eigenen Aussagen nicht als Konkurrenz, weil sie sich in Finanzfragen zu weit rechts positioniere. Dass bei der glp die ökologischen Themen dennoch nicht in den Hintergrund gedrängt werden, hat vielleicht zur Tat durch einen Grünen geführt.

Die CVP und EVP dürften sich aufgrund der göttlichen Aufsicht nicht zu einem Diebstahl hinreissen lassen, auch wenn sie der glp politisch am nächsten stehen und aufgrund der Wähleranteile innerhalb des Bezirks zu den engsten Konkurrentinnen um einen Kantonsratssitz zählen.

Der EDU ist wohl primär die liberale Haltung der Grünliberalen ein Dorn im Auge. Aber auch in Umweltfragen votiert sie erstaunlich oft gegen Gottes Schöpfung. Die EDU hat zwar politisch wenig Überschneidungen mit den Grünliberalen, aber aufgrund von numerischen Überlegungen könnte sie durchaus fürchten, ihren Dielsdorfer Sitz an die Grünliberalen zu verlieren.

Wenn wir die BDP aufgrund der fehlenden lokalen Parteistrukturen als Täter ausschliessen, bleibt noch die FDP, die es verpasst hat, ökologische Anliegen aufzunehmen und mit einer liberalen, wirtschaftsfreundlichen Grundhaltung zu verknüpfen und dadurch wohl auch am Erfolg der Grünliberalen beteiligt ist.

Wie dem auch sei, wir sind dankbar, dass das Banner einige Tage später wieder aufgetaucht ist – die wahren Hintergründe der Tat werden wohl im Dunklen bleiben…

Vorher - Nachher: Über Nacht verschwand das glp-Banner in Rümlang

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zweiter nationaler Home Office Day am 19.5.11

Jeder ärgert sich über Staus in der Stosszeit, doch auch die Züge sind voll. Was tun? Kapazitäten erhöhen ist nur ein Ansatz.

viel nachhaltiger wäre doch, wenn nicht alle zur gleichen Zeit pendeln würden, oder was wäre wenn man mindestens gewisse Tage von zu Hause aus arbeiten würde? Natürlich geht das „nur“ für einen Teil der Jobs, aber viele der Bürostellen sind in der Tat nicht notwendigerweise auch an ein physisches Büro gebunden.

Ich darf zum Glück sagen, dass ich bei einem Arbeitgeber arbeite, welcher diesbezüglich sehr liberal ist und „Heimarbeit“ nicht nur toleriert, sondern sogar noch unterstützt. Bei (zu) vielen Firmen ist aber ein gewisses Misstrauen zum Thema Home Office da, unter anderem auch, weil natürlich die Kontrolle der Mitarbeiter durch Vertrauen ersetzt werden muss. Um hier etwas das Bewusstsein zu stärken gab es letztes Jahr erstmals einen nationalen „Home Office“ Tag, welcher damals vom Bundesrat Moritz Leuenberger erläutert wurde.

Der Home Office Day geht 2011 in die zweite Runde!

Am 19. Mai 2011 findet der Nationale Home Office Day nun zum zweiten Mal statt. Bereits im letzten Jahr haben schweizweit tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gross- und Kleinunternehmen einen Tag lang zu Hause gearbeitet und damit einen Beitrag zu mehr Lebensqualität und einer geringeren CO₂-Belastung geleistet.    Insgesamt ist aus dem ersten Home Office Day am 18. Mai 2010 ein Zeitgewinn von 606 Tagen entstanden, und auf ein Jahr gerechnet konnten 1‘240 Tonnen CO₂ eingespart werden. Grund genug, den Home Office Day auch 2011 wieder aufleben zu lassen – als Anstoss zum Umdenken und als Beweis, dass Lebensqualität, Produktivität und Klimaschutz keine Gegensätze sind.

schön wäre natürlich, wenn dies nicht nur ein einzelner Tag im Jahr wäre, sondern wenn das zum Normalfall würde. Was wäre wenn fast jeder Büroangestellte z.B. mindestens einmal pro Monat von zuhause arbeitet, oder was wäre es wenn man dies einmal pro Woche machte?… man rechne mal die gewonnene Zeit und eingesparte CO2 aus…

Viel Potential, viel mehr Flexiblität, viel mehr Lebensqualität,

mitmachen lohnt sich auf alle Fälle – mehr Infos auf:http://www.homeofficeday.ch

-> Interview mit HR Manager René Villger, Microsoft Schweiz, über Home-Office – HR Today Interview über Home-Office

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Vom Sägen am eigenen Ast

Kantonsratskandidatin Barbara Schaffner sägt nicht an den Ästen auf der sie sitzt

Gestern, wunderschönes Vorfrühlingswetter, die ideale Gelegenheit um Bäume zu schneiden.

Da ich vorsichtshalber nicht mit der Motorsäge auf Bäume steige und auch einige dicke Äste auf dem Programm standen, hatte ich bei den regelmässigen Sägebewegungen genügend Zeit meinen Gedanken nachzuhängen. Als wieder ein abgesägter Ast zu Boden fällt, kommt mir der Spruch in den Sinn, dass man nicht den Ast absägen sollte, auf dem man sitzt.

Doch … ist unsere industrialisierte Konsum-Gesellschaft nicht eben dabei, sich selber den Ast abzusägen? Die geballte Kraft des Erdöls hat das industrielle Wachstum wie kein anderes Ereignis vorangetrieben. In der Folge wurden viele Erdölfelder gefunden, Öl wurde gefördert und die ersten Felder begannen zu versiegen. Die neuen Erdölfunde sind schon seit den 60er Jahren abnehmend. Das globale Maximum der Erdölförderung wurde je nach Datengrundlage schon erreicht oder steht kurz bevor. Unsere Gesellschaft ist so abhängig vom Erdöl wie nie zuvor und wir brauchen immer mehr von den knapper werdenden Ressourcen.

Langsam sägen wir an dem Ast Erdöl, auf dem wir sitzen und schauen uns viel zu wenig nach anderen Ästen um, auf die wir wechseln können, wenn der Ast Erdöl durchgesägt ist. Der Ast Kohle ist noch etwas dicker als der Ast Erdöl, aber auch er wird wie die Äste Erdgas und Uran früher oder später durchgesägt sein. Es ist dringend notwendig, dass wir einen Ast finden, der ebenso schnell nachwächst, wie wir sägen können.

Die Sonne ist eine unerschöpfliche Quelle der Energie. All unser Essen, die Energie für unseren Körper, kommt mit dem Umweg über Pflanzen von der Sonne. Auch alle fossilen Energieträger sind im Prinzip Sonnenenergie, die in Millionen von Jahren auf die Erde eingestrahlt ist und eingelagert wurde. Es ist Zeit, dass wir die enorme Bedeutung der Sonnenenergie erkennen und unser Energiesystem auf die direkte und indirekte Sonnenenergienutzung umstellen. Wenn wir das nicht tun, kann es sein, dass der Ast durchbricht bevor er ganz durchgesägt ist…

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glp Dielsdorf Online

Die glp Dielsdorf und einige Mitglieder legen verschiedene Spuren im Internet. Wer nicht nur über diesen Blog mehr von uns erfahren will, hat zum Beispiel folgende Möglichkeiten, uns zu folgen, zu unterstützen oder zu mögen:

Homepage: glp Dielsdorf

Facebook: glp Dielsdorf – Barbara Schaffner – Karin Joss – Paul Eggimann

Twitter: Barbara Schaffner – Marcel Trümpy

Politnetz: Barbara Schaffner

Smartvote: Spiderdiagramme sind für die einzelnen Kandidierenden auf deren Portraitseiten aufgeschalten unter http://www.bezirkdielsdorf.grunliberale.ch/personen.htm

Wir freuen uns auf neue Kontakte!

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