Vom Sägen am eigenen Ast

Kantonsratskandidatin Barbara Schaffner sägt nicht an den Ästen auf der sie sitzt

Gestern, wunderschönes Vorfrühlingswetter, die ideale Gelegenheit um Bäume zu schneiden.

Da ich vorsichtshalber nicht mit der Motorsäge auf Bäume steige und auch einige dicke Äste auf dem Programm standen, hatte ich bei den regelmässigen Sägebewegungen genügend Zeit meinen Gedanken nachzuhängen. Als wieder ein abgesägter Ast zu Boden fällt, kommt mir der Spruch in den Sinn, dass man nicht den Ast absägen sollte, auf dem man sitzt.

Doch … ist unsere industrialisierte Konsum-Gesellschaft nicht eben dabei, sich selber den Ast abzusägen? Die geballte Kraft des Erdöls hat das industrielle Wachstum wie kein anderes Ereignis vorangetrieben. In der Folge wurden viele Erdölfelder gefunden, Öl wurde gefördert und die ersten Felder begannen zu versiegen. Die neuen Erdölfunde sind schon seit den 60er Jahren abnehmend. Das globale Maximum der Erdölförderung wurde je nach Datengrundlage schon erreicht oder steht kurz bevor. Unsere Gesellschaft ist so abhängig vom Erdöl wie nie zuvor und wir brauchen immer mehr von den knapper werdenden Ressourcen.

Langsam sägen wir an dem Ast Erdöl, auf dem wir sitzen und schauen uns viel zu wenig nach anderen Ästen um, auf die wir wechseln können, wenn der Ast Erdöl durchgesägt ist. Der Ast Kohle ist noch etwas dicker als der Ast Erdöl, aber auch er wird wie die Äste Erdgas und Uran früher oder später durchgesägt sein. Es ist dringend notwendig, dass wir einen Ast finden, der ebenso schnell nachwächst, wie wir sägen können.

Die Sonne ist eine unerschöpfliche Quelle der Energie. All unser Essen, die Energie für unseren Körper, kommt mit dem Umweg über Pflanzen von der Sonne. Auch alle fossilen Energieträger sind im Prinzip Sonnenenergie, die in Millionen von Jahren auf die Erde eingestrahlt ist und eingelagert wurde. Es ist Zeit, dass wir die enorme Bedeutung der Sonnenenergie erkennen und unser Energiesystem auf die direkte und indirekte Sonnenenergienutzung umstellen. Wenn wir das nicht tun, kann es sein, dass der Ast durchbricht bevor er ganz durchgesägt ist…

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